1975 - 2015 - 40 Jahre Freier Deutscher Autorenverband Landesverband Nord
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„Man stelle sich vor…!“

 

 

Fiktives Interview mit Mitgliedern des

 

FDA Nord

 

Heute: Inge Merkentrup, Oldenburg.

 

Inge Merkentrup (Foto: privat)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MAN STELLE SICH VOR…

 

Ein Bild: Die Sonne scheint an einem Wintermorgen auf die mit Raureif überzogenen Äste der drei Bäume im Wendehammer unserer kleinen Straße. Auf dem Dach des Hauses gegenüber machen Handwerker eine Pause und schauen zu mir ins Arbeitszimmer. Was mögen sie denken? Vielleicht: „Die sitzt am Schreibtisch und guckt in die Gegend. Arbeitet die?“

 

Ja, das Schreiben ist auch Arbeiten.                                                                         

Das gilt besonders dann, wenn man für einen Roman recherchieren muss. Zwei Jahre habe ich für „Charlotte von Stein lädt zum Tee“, meinem zweiten Roman, Material gesammelt, bevor ich mit dem Schreiben beginnen konnte. Selbst, und das gilt wohl für die gesamte Zunft, für den Titel brauchte es Zeit.

 

Ja, das Schreiben braucht viel Zeit und Geduld.                                                             

Das Schreiben ist die Auseinandersetzung mit dem Alleinsein. „Man ist nie so einsam, als wenn man schreibt.“ So bzw. so ähnlich hat es ein Autor einmal formuliert, wobei mir das Wort `einsam` zu gewichtig erscheint. `Allein` ist man beim Finden des richtigen Anfangs und des Schlusses, der passenden Ausdrücke für Zustände und Empfindungen, des `Roten Fadens`.

Ja, man muss viel lesen, um schreiben zu können.

Ob man Vorbilder braucht oder allgemein Anregendes für sich findet, ist vielleicht unerheblich.
Als Kind war ich `Stammgast` in der hiesigen Stadtbücherei, in der „Bibliothek der Brücke der
Nationen“, und durfte als Teenager in die Erwachsenenliteratur hineinriechen; allerdings nur,
wenn eine bestimmte Bibliothekarin anwesend war. Übers Lesen bin ich ans Schreiben
gekommen, und das Ergebnis sind bisher vier Bücher. Drei davon sind im Isensee Verlag
erschienen: „Ganz nebenbei“, „Schatzmutter schießt scharf“, „Allt/dagsironien – nicht nur im
Waschsalon / nich bloot in de Waschstuuv“.

 

Ja, das Schreiben macht Spaß. 

Dazu gehört auch die Teilnahme an themenorientierten Wettbewerben.
Das Berliner Literaturpodium fragte 2015 nach `bösen Geschichten`, und mir fiel die
Kurzgeschichte „UmZug“ ein, veröffentlicht im Band „Der Abend vor Silvester“. 2016 hieß das
Motto „Die Farbe Rot“, und ich schickte meinen Text „Bernried“ ein. Er handelt von der
Veränderung eines Dorflebens am Starnberger See durch eine Neuansiedlung aus Sicht von
Bernadette, einer Alteingesessenen. Von 624 Einsendungen nicht nur aus Deutschland und
Europa hat es der Text zu meiner Freude auf Platz 4 der Erzählungen gebracht, erschienen 2016
im Band „Auf der Halbinsel“. Dort kann man auch die lustige Geschichte „Der Mann daneben“
lesen.

 

Ja, das Schreiben macht umtriebig.
Fünf nördliche Bundesländer habe ich mit meinen Büchern bereist und gute Gespräche gehabt, die ich nicht missen möchte: ob in Buchhandlungen, Cafés, bei Versammlungen der Landfrauen, (Universitäts-)Bibliotheken / Büchereien.  2016 habe ich zum ersten Mal meine Fühler gen Süden ausgestreckt; denn die Verlegerin Sonja Heckmann vom Brighton Verlag hatte zur Frankfurter Buchmesse eingeladen: Verlagsessen, Fotoshooting und Lesung (Agora). Das war schon aufregend. Auch für ein Rundfunkinterview bei ffn in Mainz zeichnet sie verantwortlich. Sie hat mir damit einen Blick südlich des „Weißwurst-Äquators“ verschafft, wofür ich ihr dankbar bin.

 

Ja, das Schreiben verbindet. 
Nach Veröffentlichung der „Alltagsironien“ in Hoch- und Plattdeutsch (2009) haben die Lesungen
mit der Spiekerbaas Rita KROPP, die meine Texte ins Plattdeutsche übersetzt hat, mir eine neue
(plattdeutsche) Welt eröffnet. Den Text „Een Hund arig in Noot“ („Panik eines Hundes“) hat die
Niedersächsische Landesschulbehörde gerne genommen – natürlich unentgeltlich. Der Text ist
abgedruckt im Kalender „De pllattdüütsch Klenner up dat Jahr 2016“, die Geschichte „Mien Opa
will mi ertrecken“ („Mein Opa will mich erziehen“)  in der Ausgabe 2017.


Am 19. Februar 2014 war ich bei der Gründungsveranstaltung des Leseforums Oldenburg. Die
monatlichen Treffen jeden ersten Dienstag regen immer mehr Autoren zum Vorlesen und
Diskutieren der eigenen Werke an. Seit Januar 2016 mache ich die Pressearbeit und habe
dadurch sofort Kontakt zu neuen Autoren. Seit Anfang des Jahres bin ich auch Mitglied beim FDA
(Freier Deutscher Autorenverband). Eine erste Teilnahme an einer Herbsttagung hat mir neue
positive Kontakte gebracht und neue Einsichten in mein eigenes Schreiben.


Zum Schluss zwei Termine:

 

Am 2. Januar 2017 wird ein Fernsehinterview (Oeins) mit mir im „Mephisto“, Artillerieweg 56,
aufgezeichnet werden.
Am 28. Januar 2017 (18 Uhr) werde ich am Lesemarathon im Staatstheater teilnehmen.


Wer mich hören (und sehen) möchte, komme gerne! Ich würde mich freuen!

 

INGE MERKENTRUP im Dezember 2016

 

merk.ol@gmx.de